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Bauern! - Rezension des Albums „All Hell“.

Jul 20, 2024 at 12:04 am

„Hypnic Idiot und ich bin aus einem Traum erwacht. Wir haben Pennies für die Münz-Guillotine zusammengelegt“, lautet die Eröffnungszeile von „Coin Op Guillotine“, dem ersten Titel auf Los Campesinos! siebtes Album. „Alles zur Hölle“. Was die Eröffnungen angeht, ist die Marke so gut wie nur möglich für die Band. Und eines, das ein Lächeln auf den Gesichtern der Zuhörer hinterlässt, das noch lange anhält, nachdem die Noten des letzten Titels verklungen sind.

Bauern! - Rezension des Albums „All Hell“.

Los Campesinos! are back with their seventh album, ‘All Hell’. The Welsh seven-piece have been making music for almost two decades now, and over that time they've become known for their literate lyrics, catchy melodies, and energetic live shows.

Los Campesinos! sind mit ihrem siebten Album „All Hell“ zurück. Die siebenköpfige walisische Band macht seit fast zwei Jahrzehnten Musik und ist im Laufe der Zeit für ihre gebildeten Texte, eingängigen Melodien und energiegeladenen Live-Shows bekannt geworden.

“Hypnic jerk and I’m woken from a dream. We were pooling pennies for the coin-op guillotine” goes the opening line of ‘Coin Op Guillotine’ the first track on the record. As far as openings go, it's about as on brand as the band can get. And one that leaves a smile plastered across listener’s faces that remains long after the notes of the final track have faded.

„Hypnose-Idiot und ich werden aus einem Traum geweckt. „Wir haben ein paar Cent für die Münz-Guillotine gebündelt“, heißt es in der Eröffnungszeile von „Coin Op Guillotine“, dem ersten Titel der Platte. Was die Eröffnungen angeht, ist die Marke so gut wie nur möglich für die Band. Und eines, das ein Lächeln auf den Gesichtern der Zuhörer hinterlässt, das noch lange anhält, nachdem die Noten des letzten Titels verklungen sind.

It's been seven years since the band's last studio album. The longest they've ever gone between records. A lot has changed in that time. Personally. Politically. Globally. One thing that hasn’t however, is Los Campesinos!’ ability to find romance, and indeed heartbreak, in the everyday. To be so militantly, yet so poetically left wing, and their ability to relish in self-deprecation without ever once feeling on the nose.

Seit dem letzten Studioalbum der Band sind sieben Jahre vergangen. Die längste Zeit, die zwischen den Rekorden je vergangen ist. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Persönlich. Politisch. Global. Was jedoch nicht der Fall ist, ist Los Campesinos!‘ Fähigkeit, im Alltag Romantik und sogar Herzschmerz zu finden. So militant und doch so poetisch links zu sein und die Fähigkeit, sich an Selbstironie zu erfreuen, ohne sich auch nur ein einziges Mal beleidigt zu fühlen.

As one might expect, there’s plenty of the above on offer across the 15 tracks on ‘All Hell’, a record that feels as self-referential as it is self-deprecating. With nods to each of the records that came before it, listening through is a joy for a long-term fans, whilst the uninitiated can be sure that this is the ultimate gateway album to LC! And while it might not be your favourite, there’s a very good chance it might just be their best.

Wie zu erwarten ist, gibt es in den 15 Titeln von „All Hell“, einem Album, das ebenso selbstreferenziell wie selbstironisch wirkt, eine Menge davon. Mit Anspielungen auf alle vorangegangenen Alben ist das Anhören für Langzeitfans eine Freude, während Uneingeweihte sicher sein können, dass dies das ultimative Einstiegsalbum zu LC ist! Und obwohl es vielleicht nicht Ihr Favorit ist, besteht eine sehr gute Chance, dass es einfach ihr Bestes ist.

Second track ‘Holy Smoke’ for instance is a clattering, fizzy post-punk offering that feels more akin to the band's first three albums than anything they've done in years, though the e-number effervescence of those records has been replaced by something of a world weary cynicism found within later material.

Der zweite Titel „Holy Smoke“ zum Beispiel ist ein klapperndes, prickelndes Post-Punk-Album, das den ersten drei Alben der Band mehr ähnelt als alles andere, was sie seit Jahren gemacht haben, obwohl das E-Nummern-Feeling dieser Platten durch etwas ersetzt wurde eines weltmüden Zynismus, der in späterem Material zu finden ist.

Previous single ‘A Psychic Wound’ however shares more in common with 2013's ‘No Blues’, however, it's later track ‘Long Throes’ that stands out on it's own as something truly unique. A loping four minute cut that builds subtlety towards its conclusion; the easy going ebb and flow of the track belying some of the band’s most cutting lyricism to date. On other albums, it's easy to see this being the final track, but here the band still have plenty more to say.

Die vorherige Single „A Psychic Wound“ hat jedoch mehr Gemeinsamkeiten mit „No Blues“ aus dem Jahr 2013, allerdings ist es der spätere Titel „Long Throes“, der für sich genommen als etwas wirklich Einzigartiges hervorsticht. Ein rasanter, vierminütiger Schnitt, der seinem Ende eine subtile Note verleiht; Das lockere Auf und Ab des Tracks täuscht über einige der bis dato beißendsten Texte der Band hinweg. Auf anderen Alben ist es leicht zu erkennen, dass dies der letzte Titel ist, aber hier hat die Band noch viel mehr zu sagen.

Elsewhere, ‘The Order of Seasons’ and ‘To Hell in A Handjob’ are archetypal Los Campesinos! Both self-deprecating and irresistibly upbeat, the subtle swells of brass in the latter are the perfect touch and showcase what feels like a maturing within their songwriting that's present across the entirety of ‘All Hell’.

An anderer Stelle sind „The Order of Seasons“ und „To Hell in A Handjob“ archetypische Los Campesinos! Sowohl selbstironisch als auch unwiderstehlich optimistisch, die subtilen Anschwellungen der Blechbläser in letzterem sind die perfekte Note und zeigen, was sich wie eine Reifung in ihrem Songwriting anfühlt, die sich durch das gesamte „All Hell“ zieht.

The first album in which the band have done everything themselves, from the funding right down to the production, it truly does feel like everything has been leading up to this point. And while much of the record might well feel familiar and self-referential, the production here ties everything together with a level of polish unheard on earlier recordings. Even those more off-kilter offerings (‘Clown Blood; or, Orpheus bobbing Head’) harbour some of the best production values seen on an LC! record.  

Das erste Album, bei dem die Band alles selbst gemacht hat, von der Finanzierung bis hin zur Produktion, es fühlt sich wirklich so an, als ob alles bis hierher geführt hätte. Und obwohl ein Großteil der Platte vertraut und selbstreferenziell wirken mag, verbindet die Produktion hier alles mit einem Grad an Schliff, der auf früheren Aufnahmen nicht zu hören war. Sogar die ausgefalleneren Stücke („Clown Blood“ oder „Orpheus wackelnder Kopf“) bieten einige der besten Produktionswerte, die man auf einem LC gesehen hat! aufzeichnen.

Truly the sum of everything that’s come before it, ‘All Hell’ is the quintessential Los Campesinos! album. Big, bold and brash, whilst at the same time succeeding in retaining the band's politics and indeed their humility. It might have taken seven years to be released, and it might take longer than that before we see another one, if indeed we ever do. Either way, on ‘All Hell’, the band have bared their guts once again, and never, ever has it sounded so good.

„All Hell“ ist wirklich die Summe von allem, was davor war, und der Inbegriff von Los Campesinos! Album. Groß, mutig und frech, während es gleichzeitig gelingt, die Politik der Band und ihre Bescheidenheit beizubehalten. Es könnte sieben Jahre gedauert haben, bis es veröffentlicht wurde, und es könnte länger dauern, bis wir ein neues sehen, wenn wir es jemals tun. Wie auch immer, auf „All Hell“ hat die Band noch einmal ihr ganzes Können gezeigt, und noch nie hat es so gut geklungen.

9/10

9/10

Originalquelle:clashmusic

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